Es gibt viel zu tun !!!
von Murat Erkin
Nach dem als Auslöser für Konfrontationen auf unterschiedlichen Ebenen zu betrachtenden
11. September 2001, ist das Thema "Islam" unter verschiedenen Aspekten zu behandeln.
Es ist zu bedauern, dass der Islam als zweitstärkste Religionsgemeinschaft auf der Welt nicht als solche betrachtet wurde und die Kenntnisse über den Islam insbesondere bei den Christen sehr geringfügig oder gar nicht vorhanden waren.
Die großen Teile der christlichen Welt wurden erst darauf aufmerksam, als der Islam durch den Terrorismus in die negativen Schlagzeilen zu geraten drohte. Viele identifizierten den Islam unter der Hülle "Terrorismus", viele wiederum versuchten den Islam auf ihre Art kennen zu lernen.
In der Bundesrepublik und großen Teilen Europas stellte man auf einmal fest, dass der Multikulti-Nachbar von nebenan vom islamischen Glauben ist. Es wurden besonders auf der politischen Ebene alle Kräfte für öffentliche Diskussionen und Aktionen mobilisiert, als ob man im Schnellgang die Versäumnisse der letzten vier Jahrzehnte nachholen wolle. Es ist eine Selbstverständlichkeit, dass die türkische Gesellschaft, als stärkste Minderheit, bei jeder negativen Schlagzeile ins Rampenlicht rückt. Zufälligerweise ist die Glaubensrichtung dieser Gemeinschaft der "Islam".
Im Rahmen des seit den 70er Jahren andauernden von beiden Seiten nicht stattgefundenen Integrationsprozesses verkannte man völlig den Einfluss der Religion auf diese abendländische Kultur. Die Migranten wiederum wurden zuerst mit "Gastarbeiter-Identität" versehen. Nachdem sie wegen schlechter konjunktureller Lage und steigender Arbeitslosigkeit ihre türkische Identität annehmen mussten, waren sie mit der Islam-Identität -als ihre erste- konfrontiert.
Es ist unumstritten, dass vom Beginn der Einwanderung der Migranten Ende der 60er Jahre eine kontinuierliche Gettoisierung stattgefunden hat. Teils durch das Scheitern des Integrationsprozesses beiderseits, teils durch das optimale Ausnutzen der Getto-Gesellschaft von den extremistischen, islamischen Henkern und Lenkern (z.B. die Kaplan-Gemeinde in Köln), die ziemlich lange, -unantastbar!!!- ihr Unwesen trieben.
Es wäre fatal, wenn die politischen Verantwortlichen versuchen, im Alleingang, ohne moderne islamische Beteiligung die Religionslehre im Sinne der Integration zu verdeutschen. Gerade jetzt, wo wir die Diskussionen über die den türkischen Migranten angeeignete Begriffe wie : "Parallelgesellschaft", "Unterschicht" oder "Leitkultur" in der Tagesordnung haben, würde dies bei dieser hoch sensibilisierten Minderheit als "Leitreligion" aufgefasst werden und dazu beitragen, dass wir in der Zukunft mehr und mehr mit "Kaplan-Gemeinde" ähnlichen Gesellschaftsstrukturen konfrontiert werden würden.
Es gibt viel zu tun !!!
Murat Erkin
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Nachtrag
von Bernhard Mommertz
Hallo Reiner, vielen Dank nochmal für die Einladung zu der Vortragsveranstaltung am gestrigen Abend.
Mir fiel wie so oft auf, dass in den Diskussionen gerne unsere abendländische Vergangenheit als Todschlagargument für die heutigen Fehler anderer religiös begründeter Handlungen hergenommen wird.Geblieben ist mir aber, dass der Islam sicher keine Bedrohung für Europa sein kann, wenn er so gelebt und gelehrt wird, wie ihn Herr Dr. Altintas vermittelt.
Allerdings scheint es große Menschengruppen der Muslime zu geben, die heute 2006 sehr wohl aufgrund ihrer Interpretation des Koran, ob falsch verstanden oder nicht aus der jeweiligen Sicht des Betrachters, Gewalt als legitimes Mittel gegen "Andersgläubige" anwenden. So ist es keine falsche Mediendarstellung, wenn bekannt gemacht wird, dass es in Pakistan Koranschulen gibt in denen Kinder zu Märthyrrern erzogen werden, und hierzu der Koran angeführt wird.
Auch in Afghanistan, Irak, Iran und Palästina und ohne Frage auch im Libanon, erfahre ich korangläubige Menschen mit hasserfüllten Worten, aufrufend zum heiligen Krieg.
Die Reaktionen der islamischen Welt über den Karikaturenstreit in der Darstellung Mohameds, eines dänischen Künstlers, ist mir noch deutlich vor Augen. Hier wurde die westliche Welt pauschal verurteilt. (Brennende Nationalflaggen, angezündete Puppensymbole westlicher Machthaber etc.) Als Folge wurde dann sogar eine klassische Mozartaufführung hier in Deutschland abgesagt aus Angst vor "muslimischen radikalen Reaktionen". Von Hasspredigern, die unser westlicher Verfassungsschutz in Deutschland benennen konnte, bishin zu Vorbildern, die die deutsche Gastfreundschaft mehr als auf die Probe stellen, wie z.B. Metin Kaplan aus Köln, lassen sich viele Beispiele höchst subversieven Verhaltens solcher Glaubensbrüder aufzeigen.
Bin Laden und El Kaida, sowie die Taliban begründen ihr gewalttätiges Verhalten mit dem Koran unter dem Arm, und haben nicht gerade wenig Sympatisanten in der islamischen Welt, über nationale Grenzen hinaus.Sie haben Einfluss auf die Wahrnehmung des Islam in der westlichen, abendländischen Welt.
Es sind daher keine bedauerlichen Einzelfälle, die den friedlichen Islam fehl interpretieren. Mentalitäten, Kulturen und Staaten sind zur Zeit, heute 2006, noch so ausgerichtet.Natürlich erkenne auch ich, dass sich in einigen gebildeteren Gesellschaftsschichten u.a. auch in der Türkei, aber auch in Palästina oder den arabischen Emiraten eine tolerantere Haltung gegenüber andersgläubigen Kulturen und Religionen durchzusetzen scheint. Welche Schwankungen hier allein der Staat Iran aus meiner Erinnerung seit dem Schah Resah Pachlevi(hoffentlich habe ich das richtig geschrieben?) in den letzten Jahren bis heute mitgemacht hat, ist für mich beeindruckend. Und alles als Islamstaat. Und wer die Gelder für die Raketen und Anschläge gegen isrealische Einrichtungen im Hintergrund finanziert, liegt ja nun auch mittlerweile unstrittig offen. Alles das sind keine falschen Mediendarstellungen, sondern passiert real im Namen Allahs mit dem Koran in der Hand. Mein Fazit ist daher, dass ich den Islam sehr gut als friedlieben ansehen kann. Menschen in Europa und anderswo, die sich nicht davon distanzieren den Koran für ihre Machtzwecke mit Hass und Gewalt gegen andere (auch Suniten gegen Shiiten etc.) zu missbrauchen, lehne ich ab. Es liegt jetzt an den Führern und den Verantwortlichen dieser Religionsgemeinschaften ihren Immamen und anderen Religionsführern dafür zu sorgen, dass ein friedliches Miteinander auf Vertrauensbasis! möglich sein kann. Dass sich Terrorgruppen , elitärer Bildungsschichten in Form von "Schläfern" bedienen können, um religiös motiviert (Allah ist groß waren ihre letzten aufgezeichneten Worte in den Flugzeugen) unschuldige "Andersgläubige" zu ermorden, und ein großer Teil der islamischen Welt das positiv komemntiert und diese Mäthyrrer weiterhin verehrt werden, lässt auch in mir mehr Skepsis als Vertauen zurück.Ich mag Menschen und möchte Human leben und handeln. Alle Religionen, die das erkennbar unterstützen haben mein Vertrauen verdient. (Lessing "Nathan der Weise") Wir werden sehen ob wir sie an den Taten erkennen??
Ich bin mit der katholischen Amtskirche nicht einverstanden gewesen und habe daraus meine Konsequenzen gezogen. Dennoch bin ich Christ geblieben und stehe zu den christlichen Werten die (der Prophet) Jesus im neuen Testament manifestiert hat. Ich weiss, dass des Islam auch über diese Werte verfügt.
Ich erlebe sie immer wieder bei den Menschen in deiner Nähe lieber Reiner, die guten Willens sind.
Dafür bin ich dankbar!
In Freundschaft
Bernd Mommertz |