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Nilgün Cicek von EUROTÜRK war mit dabei!
Wie kann Integration besser gelingen
und mehr Chancengleichheit geschaffen werden? Benachteiligte Jugendliche
aus Deutschland und Frankreich präsentieren dem Deutsch-Französischen
Ministerrat ihre Vorschläge.
"Kostenfreie und verpflichtende
Sprach- und Integrationskurse für alle, die Einbürgerung
erleichtern", so lauten zwei der Forderungen, die vierzig Jugendliche
bei einer deutsch-französischen Begegnung zum Thema Integration
und Chancengleichheit an die deutsche und französische Regierung
formulierten. Weiterhin wünschen sich die Jugendlichen die
Einrichtung einer europäischen Jugendkommission, die sich mit
den Themen Diskriminierung und Migration beschäftigt und jährlich
einen Bericht an die Regierungen erstellt. Auch die Einführung
des Themas "kulturelle Vielfalt" in den Schulunterricht
halten sie für sinnvoll.
Besonders intensiv diskutierten die
jungen Deutschen und Franzosen über ganz konkrete Maßnahmen,
die benachteiligten jungen Erwachsenen den Alltag erleichtern können.
Darunter die Ernennung eines persönlichen Bildungspaten, der
die Schulzeit und Ausbildung begleitet oder die Einführung
eines Kompetenznachweises bei Bewerbungen anstelle von herkömmlichen
Lebensläufen. Weiterhin befürworten die Jugendlichen die
Anonymisierung von Kreditanfragen, um Diskriminierung vorzubeugen.
Eine Delegation von vier Jugendlichen
präsentierte die wichtigsten Punkte heute beim 7. Deutsch-Französischen
Ministerrat Bundeskanzlerin Angela Merkel, Staatspräsident
Jacques Chirac und ihren Ministern. Zuvor hatten sie die Gelegenheit,
mit Maria Böhmer, Staatsministerin für Migration, Integration
und Flüchtlinge und ihrem französischen Amtskollegen Azouz
Begag ausführlich über ihre Ideen und Anregungen zu diskutieren.
Die Präsentation der Vorschläge
bildete für die vierzig Jugendlichen aus Deutschland und Frankreich,
die aus schwierigen sozialen Verhältnissen kommen oder einen
Migrationshintergrund haben, den Abschluss eines viertägigen
Seminars in Paris, bei dem sie Vorträge von Fachleuten hörten,
persönliche Erfahrungen austauschten und darüber diskutierten,
wie die gesellschaftliche Eingliederung von Kindern und Jugendlichen
erleichtert und Ausgrenzungsprozesse verhindert werden können.
Das Deutsch-Französische Jugendwerk
(DFJW) organisierte das Treffen auf Bitten der beiden Regierungen.
"Wir sind sehr beeindruckt von den Jugendlichen, ihrer konzentrierten
und engagierten Arbeit über alle sprachlichen und kulturellen
Unterschiede hinweg", so die Generalsekretäre des DFJW,
Dr. Eva Sabine Kuntz und Max Claudet. "Wir werden die Jugendlichen
in ihrem Wunsch unterstützen, den Dialog fortzuführen".
Als interkulturelles Kompetenzzentrum
führt das DFJW zahlreiche Projekte und Veranstaltungen durch,
die sich mit den zukunftsbestimmenden Themen Integration und Chancengleichheit
beschäftigen.
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