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Typische Fragen aus Vorstellungsgesprächen und Einstellungstests. Und die möglichen Antworten dazu

Erzählen Sie doch mal ein bisschen von sich!

Klingt locker, ist hoch gefährlich. Der Interviewer will wissen, wie schlagfertig Kandidaten auf offene Fragen reagieren. Erste Regel für Bewerber: Zwei Minuten reichen für die Antwort. Also sich nicht in Details verlieren („Mein Schwiegervater ist ja damals aus Schlesien geflüchtet“), sondern jene Situation ansprechen, mit denen sich eine Beziehung zur ausgeschriebenen Stelle herstellen lässt. („Ich war drei Jahre Prüfungsassistent bei einer WP-Gesellschaft und habe deshalb tiefen Einblick ins Controlling gewonnen.“)

 

Warum wurden Sie vom letzten Arbeitgeber gefeuert?

Jetzt nicht weinerlich werden! Es gibt gute Gründe, seine Stelle zu verlieren: die Sozialwahl bei Entlassungen etwa, die junge Leistungsträger aussortiert. Eine akzeptable Antwort ist auch: „Ein neuer Manager übernahm die Abteilung und brachte seine eigenen Leute für die Schlüsselpositionen mit.“ Die Bewerber sollten Antworten meiden, die negative Assoziationen wecken. Ganz wichtig: Nie, nie, nie schlecht über den alten Arbeitgeber reden.

In welcher Position sehen Sie sich in fünf Jahren?

Für Menschen mit eingebautem Karriereplan ist die Antwort kein Problem. Grundsätzlich gilt: Mit der Antwort können Kadidaten beweisen, wie viel Initiative und Ehrgeiz sie mitbringen und wie viel Vorwissen sie über das Unternehmen gehäuft haben. „In fünf Jahren möchte ich verantwortlicher Key Account Manager für einen der drei Großkunden Ihrer Firma sein und eine Abteilung mit 20 Kundenberatern leiten“ klingt zielstrebig, allerdings etwas eingeengt. Besser ist es, auch Alternativen aufzuzeigen.

Haben Sie schon einmal ein Projekt vertrödelt?

Diese Aufforderung gehört in die Kategorie: „Schlagen Sie immer noch Ihre Frau?“ Alles, was man antwortet, klingt nach Selbstbezichtigung, es sei denn, man kann ehrlich sagen: Ich habe immer rechtzeitig geliefert. Glaubwürdiger ist die Antwort: „Wie fast jede Führungskraft war auch ich schon spät dran mit dem einen oder anderen Projekt.“ Gleichzeitig sollte der Kandidat aber unter Beweis stellen, das er Tag und Nacht daran gearbeitet hatte, seine Ergebnisse rechtzeitig zu liefern.

Was halten Sie von Überstunden?

Vorsicht: wer seine hemmungslose Bereitschaft zu Selbstaufopferung zu erkennen gibt, gar mit Sonntagsarbeiten protzt, macht Minuspunkte. Erstens sind Märtyrertypen unangenehme Zeitgenossen, die Lob nicht für Leitung, sondern für den Grad ihres Opfers erwarten. Und zum Zweiten wecken sie den Verdacht, schlecht organisiert zu sein. Normalerweise sollte sich jede Aufgabe in 45 bis 50 Wochenstunden bewältigen lassen. „Bisher habe ich meine Arbeit immer in angemessener Zeit geschafft. Wenn es brennt, dann wird halt durchgearbeitet“ lautet eine mögliche Reaktion.