Meine sehr verehrten Damen, meine Herren,
verehrter Herr Baha Güngör,
ich darf Sie alle auch im Namen von Eurotürk sehr herzlich begrüßen und danke Ihnen für Ihr Kommen.
Wir freuen uns sehr, dass wir Herrn Güngör gewinnen konnten über sein Buch „Die Angst der Deutschen vor den Türken“ – und ihrem Beitritt zur EU zu sprechen und mit uns darüber zu diskutieren. Als Honorarkonsul der Republik Türkei will ich dem Vortrag und auch der anschließenden Diskussion einige Worte vorausschicken.
Das Verhältnis der Deutschen zu den Türken, mit dem wir uns heute beschäftigen, ist über die rein deutsche Dimension hinaus ein Thema der aktuellen europäischen Politik. So gesehen, ist der heutige Europatag ein sehr passendes Datum, zum Thema Türkei zu diskutieren. Die zeitliche Nähe zur Verleihung des diesjährigen Karlspreises ist ebenfalls gut geeignet, die Problematik in den Fokus zu rücken. Und da gerade in Aachen der Europa-Gedanke seit jeher zu Hause ist, sind wir hier im Ratssaal auch genau am richtigen Platz.
Ich will nicht sagen das es einfach ist, das Bild der Türken aus deutscher Sicht auf eine erkennbare Linie zu bringen.
Es gibt enorme Gräben. Es gibt vor allem Vorurteile von beiden Seiten.
Das eigentliche Problem scheint mir zu sein, dass sich beide Seiten nicht genügend und wirklich ernsthaft und vorurteilsfrei mit dem Deutsch-Türkischen oder Türkisch-Deutschen Thema auseinandersetzen. Meine Überzeugung, meine Damen und Herren, ist seit langem die: wer das Zusammenleben zwischen beiden Kulturen wirklich ernsthaft gestalten will, muss dem anderen vor allem erst einmal zuhören, muss Wissen aufnehmen, muss Urteile und Vorurteile korrigieren. Und dann muss er in einen Dialog eintreten. Denn ohne mit dem Anderen zu reden, kann ich ihn nicht verstehen.
Mit Baha Güngör haben wir einen tatsächlich Berufenen vor uns. Er kennt beide Seiten.
Er ist 1950 in Istanbul geboren, kam 1961 mit den Eltern nach Aachen und wurde 1978 in Deutschland eingebürgert.
